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#saytheirnames | Ein Jahr nach Hanau

Ein Jahr nach Hanau.


Bild © picture-alliance/dpa | hessenschau

TRIGGER-WARNUNG. Im folgenden Artikel geht es um Mord, Rassismus & Gewalt.


19. Februar 2021 - Heute möchte ich mit diesem Blog den Opfern von Hanau gedenken. Genau ein Jahr danach.


Ihre Namen sind:


Ferhat Unvar

Gökhan Gültekin

Hamza Kurtović

Said Nessar Hashemi

Mercedes Kierpacz

Fatih Saraçoğlu

Sedat Gürbüz

Vili Viorel Păun

Kaloyan Velkov


Hat sich etwas geändert? Nun, ich erinnere mich genau einen Tag danach, wie Deutschland ganz groß Karneval gefeiert hat - ohne eine Minute daran zu verschwenden, wie es den Angehörigen gehen könnte - das man die Augen vor der Tatsache verschließt, dass wir ein gewaltiges Problem in Deutschland hinsichtlich Rechtsterrorismus haben. Und dieser stetig wächst.


Rechtsterrorismus ist und war keine Ausnahme, es ist Realität, es ist Tatsache. Es kann und hat selbst eine Stadt wie Hanau getroffen, die rund 99.000 Einwohner:innen hat.


Was mir am meisten wehtut ist, dass so viele schweigen - sich nicht Thema annehmen, nicht ihre Solidarität aussprechen, sondern ganz einfach in ihrer "Friedefreudeeierkuchenwelt" weitermachen. Das sind wir gewohnt vom privilegiertem Deutschland, das haben wir erwartet. Aber ist das der richtige Weg?


Ich finde nicht. Solidarität kann man auf ganz einfachem Weg zeigen (auch wenn man nicht betroffen ist!!!) - denn das Problem in Deutschland ist jenes: Bin ich nicht betroffen, ist es nicht mein Problem. Doch alles was in Deutschland passiert, sollte unser Problem werden - ist es nicht die EINE Gesellschaft, die wir am Ende sein wollen?


Am 19. Februar 2020 erschoss ein Mann in der Hanauer Innenstadt (!!!) drei Menschen. Aus dem Nichts. Es ist die Rede von Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu und Sedat Gürbüz. Der Täter fuhr weiter in ein anderes Stadtteil. Vili Viorel Păun verfolgte den Täter mit seinem Auto und hat DREI MAL versucht, die Polizei zu erreichen. DREI MAL, aber keiner ging ran. Der Täter erschoss Vili Viorel Păun durch die Windschutzscheibe. In einem Kiosk und einer Bar nebenan erschoss er Gökhan Gültekin, Mercedes Kierpacz, Ferhat Unvar und schließlich Said Nesar Hashemi und Hamza Kurtović.


Fragen, die sich die Familien bzw. Angehörigen stellen und die bis heute nicht beantwortet sind: Warum kam die Polizei so spät? Wieso sind sie so spät in die Wohnung des Täters eingebrochen? Warum wurden die Leichen der Opfer obduziert, OHNE Einwilligung der Familien und noch BEVOR die Familien Abschied nehmen konnten? Warum wurden sie ÜBERHAUPT OBDUZIERT, obwohl man die Todesursache wusste??? Acht Tage nach der Obduktion, durften die Angehörigen Abschied nehmen. ACHT TAGE.


Fragen, die bis heute unbeantwortet sind und viele weitere, die ich mir persönlich noch stelle. War das WIRKLICH Behördenversagen oder noch viel mehr? Wie lange soll das noch gehen? Wie lange möchte Deutschland noch wegschauen? Wie lange wollen wir die Angehörigen im Dunkeln lassen? Warum klären wir nicht auf? Wie lange wollen wir Rechtsterror noch dulden und gedeihen lassen? Haben wir aus unserer Geschichte nicht gelernt? Das sind nur ein paar davon, mir schwirren noch viel mehr Fragen durch den Kopf.


Ich weiß du bist müde, ich bin es auch. Aber frage dich einen kurzen Moment, wie müde die Angehörigen sein müssen - vor lauter Kampf, fehlender Solidarität, offenen Fragen... Wir müssen weiterkämpfen für sie, für die Opfer, für die Familien. Wir müssen Aufklärungsarbeit leisten und mit der Kraft von Social Media unsere Stimmen zeigen. Denn wenn wir schweigen, zeigen wir, dass wir sie vergessen haben. Und das haben diese unschuldigen, jungen Menschen nicht verdient. Sie haben etwas besseres verdient. Sie haben es verdient, dass wir für ihre Gerechtigkeit kämpfen.


Ich bitte dich um folgendes: Zeige deine Solidarität. Nehme an Demos -coronakonform- teil. Bilde dich weiter - höre diesen Podcast - les Artikel von glaubwürdigen Quellen - schaue Dokus. Bitte!


Bitte zeig deine Stimme und deine Solidarität, denn Deutschland braucht deine Stimme jetzt umso mehr. Nur wenn wir zusammenhalten und zusammen kämpfen, bewegen wir etwas auf dieser Welt.


Ich wünsche den Familien, viel Kraft, viel Energie. Ich kann mir nicht im entferntesten vorstellen, wie es ihnen jeden Tag geht. Ich tue alles in meiner Macht stehende, um meinen Beitrag zu leisten.



In liebe,

Deine Moni

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